Wie Entsteht Ein Erdbeben?

Welche drei Arten von Erdbeben gibt es?

GRIN – Gründe für die Entstehung von Erdbeben, wissenschaftliche Untersuchung und ihre Verhinderung Die Erdkruste besteht aus vierzehn großen und zahlreiche kleinere Platten. Die Platten- angetrieben von Konvektionsbewegungen im Erdmantel- bewegen sich gegeneinander.

Diese Bewegungen erfolgen jedoch nicht reibungsfrei. Durch dieses vorbeigleiten oder aufeinanderstoßen der Erdplatten bauen sich Spannungen auf. Wenn es dann zum Spannungsausgleich kommt bricht das Gestein und reißt entlang der Erbebenherd- Fläche auf. Die bei diesem Aufreißen entstehenden Erschütterungen, nennen wir Erdbeben.

Es gibt drei Arten von Erdbeben: tektonische Erdbeben, Einsturzbeben und vulkanische Erdbeben. Die tektonischen Erdbeben sind die stärksten und häufigsten. Ihre Wirkung kann sehr weit reichen und katastrophale Folgen haben. Einsturzbeben entstehen, wenn unterirdische Hohlräume zusammenstürzen.

Wie treten Erdbeben auf?

Page 2 – Erdbeben sind Bruchprozesse im Gestein, die zu Erschütterungen der Erdoberfläche führen. Die meisten Schadensbeben bisher haben tektonischen Ursprung (tektonische Erdbeben). Sie entstehen durch eine plötzliche Verschiebung entlang einer Bruchfläche in der Erdkruste und der daraus resultierenden Freisetzung der angesammelten elastischen Energie. Diese Bruchzonen finden sich vor allem an, Die Forschung spricht hier auch von sogenannten tektonischen Verschiebungen. Neben den tektonischen Ursachen gibt es noch weitere Ursachen für Erdbeben wie zum Beispiel der Abbau von Rohstoffen. Dieser hinterlässt oft unterirdische Hohlräume (z.B. Steinkohlebergbau, Ölförderung), die durch tektonische Verschiebungen einstürzen können. Man spricht hier auch von menschengemachten Beben oder induzierter Seismizität. Eine weitere Ursache für Beben kann auch Vulkanismus sein. Sehr starke Erdbeben mit über acht ereignen sich weltweit im Durchschnitt einmal im Jahr. Erdbeben der Magnitude zwischen sieben und acht treten im Schnitt 15-mal pro Jahr auf. Erdbeben mit Magnituden über sieben können verheerende Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben. Moderatere Erdbeben mit der Stärke fünf bis sechs ereignen sich weltweit bis zu 1.300 Mal jährlich, kleinere Beben zwischen Magnituden von drei bis vier ereignen sich im Schnitt geschätzte 130.000 Mal/Jahr. Erdbeben mit Magnitude drei werden in der Regel von Menschen dann noch gespürt, wenn sich diese in der Nähe des Erdbebenherdes aufhalten. Solche kleineren Beben führen in den allermeisten Fällen aber nicht zu Schäden. Erdbeben werden in der Regel mit erfasst. Seismometer werden dazu weltumspannend an der Erdoberfläche an besonders “ruhigen Orten” aufgestellt, zumeist in seismologischen Observatorien. Dabei kann es sich um alte Stollen, Keller in abgelegenen Gebäuden oder auch eigene Konstruktionen im Gelände handeln. Die bekanntesten seismologischen Observatorien in Deutschland stehen im Schwarzwald (Station BFO bei Schlitach), in Bayern (Station WET bei Wetzell), oder in Thüringen (Station MOX bei Jena). Das Deutsche GeoForschungsZentrum (GFZ) betreibt in Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen in anderen Ländern, Eine Übersicht über seismologische Oberservatorien in Deutschland stellt die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe zur Verfügung, Alle Observatorien zeichnen ihre Daten mit einheitlicher Zeitbasis auf (Koordinierte Weltzeit, UTC), sodass die Daten eines aufgezeichneten Erdbebens zusammengeführt und gemeinsam ausgewertet werden können. Neben den klassischen Observatorien werden Seismometer mittlerweile auch am Meeresboden, an aktiven Vulkanen, auf Eisschollen und Gletschern oder zeitweilig auch auf dem Mond betrieben. Die obersten Schichten der Erde bestehen aus zahlreichen starren Platten (tektonische Platten), die aneinander gleiten, sich voneinander weg oder untereinander schieben. Die stärksten Erdbeben treten in der Regel an Plattengrenzen auf. Stark betroffen sind beispielsweise die Westküste Nord- und Südamerikas, Indonesien, Japan, Zentralasien und Teile von China oder die Türkei und in Europa vor allem Italien, Griechenland und Island. In diesen Regionen kommen immer wieder Starkbeben vor. Nein, Erdbeben können nicht auf Tag, Ort und Stärke vorhergesagt werden. Allerdings entwickeln Seismologen heutzutage seismische Gefährdungskarten, in denen die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von starken Bodenerschütterungen durch tektonische Erdbeben für einen festgelegten Zeitraum angegeben werden kann. Zudem forschen Wissenschaftler an verschiedenen Methoden zur Erdbebenfrühwarnung. ( >> ) Ein Grund kann darin liegen, dass unterschiedliche “Stärke-Skalen” angegeben werden. So gibt es z.B. mehrere Magnitudenskalen für Erdbeben, die auf unterschiedlichen Typen von Daten und Auswertungen beruhen. Weitere Gründe können darin liegen, dass z.B. kurz nach Auftreten eines Erdbebens die verschiedenen Dienste und Observatorien erst einmal nur auf unterschiedliche Messstationen zugreifen und noch nicht alle Daten vollständig austauschen oder auswerten können. So enthalten zum Beispiel die ersten schnellen Aussagen über die Stärke eines Erdbebens aufgrund der noch geringen Datenmenge größere Unsicherheiten. Im Laufe der Zeit werden immer mehr Daten von immer mehr Messstationen ausgewertet und die Aussagen über die Stärke eines Erdbebens präziser getroffen werden. Das Deutsche GeoForschungsZentrum (GFZ) in Potsdam betreibt ein weltweites Stationsnetz von knapp 80 Stationen an denen Seismometer die Bodenerschütterungen erfassen. Insgesamt gibt es nur wenige dieser globalen Netze, die jedoch alle eng zusammenarbeiten. Je dichter das Messnetz ist, desto schneller lassen sich die Lage des Erdbebenherdes und die Stärke des Bebens ermitteln. Das Seismometer-Netzwerk GEOFON des Deutschen GeoForschungsZentrums steht für GEOFOrschungsNetzwerk. Globale aktuelle Erdbebenmeldungen finden Sie auf der, Bei Aufenthalt in einem Gebäude: Einen konkreten Schutz vor Erdbeben gibt es nicht, auch weil diese noch nicht vorhergesagt werden können. Das Deutsche GeoForschungsZentrum (GFZ) in Potsdam hat in einem eine Liste mit Verhaltensregeln veröffentlicht: So ist es im Falle eines Erdbebens äußerst wichtig, Ruhe zu bewahren und sofort Schutz unter einem schweren stabilen Möbelstück (z.B. Tisch) zu suchen. Ist dies nicht möglich, sollten Sie unter einen stabilen Türrahmen flüchten oder sich auf den Boden nahe einer tragenden Innenwand und weg von Fenstern legen. Dort sollten Sie Kopf und Gesicht mit verschränkten Armen schützen. Bleiben Sie im Haus solange die Erdbebenerschütterungen anhalten. Am gefährlichsten ist der Versuch, das Gebäude während des Bebens zu verlassen, da man kann durch fallende Gegenstände oder Glassplitter verletzt werden kann. Ausnahme: Sie befinden sich bei Beginn der Erschütterung im Erdgeschoss in Nähe einer Außentür, die direkt ins Freie führt (Garten oder offener Platz, nicht enge Straße). Weiterhin gilt, kein Treppenhaus zu begehen und keinen Fahrstuhl zu benutzen. Bei Aufenthalt im Freien: Suchen Sie schnellstmöglich einen freien Platz auf, entfernt von Gebäuden, Straßenlampen und Versorgungsleitungen. Bleiben Sie dort, bis die Erschütterungen abgeklungen sind. Wenn Sie Auto fahren, steuern Sie es sofort an den Straßenrand, weg von Gebäuden, Bäumen, Überführungen und Versorgungsleitungen. Bleiben Sie im Fahrzeug, solange die Erschütterungen anhalten. Schalten Sie das Autoradio ein. Befahren Sie keine Brücken, Kreuzungen oder Unterführungen. Nach dem Beben fahren Sie mit größter Vorsicht weiter (vermeiden Sie dabei Brücken und Rampen, die durch das Beben beschädigt sein könnten) oder lassen Sie das Auto ganz stehen. Befinden Sie sich bei Beginn der Erschütterungen am Fuße eines Steilhanges, dann bewegen Sie sich umgehend von diesem weg, denn es besteht die Gefahr von Erdrutschen oder Steinschlag. Befinden Sie sich an einer flachen Küste und bemerken dort Erdbebenerschütterungen, dann rennen Sie so schnell wie möglich landeinwärts auf möglichst höheres Niveau. Das Erdbeben kann unter Umständen bis zu 30 Meter hohe Meereswogen auslösen, sogenannte Tsunamis. Diese treffen manchmal erst lange nach Abklingen der Bebenerschütterungen ein. Auch kann eine zweite Woge wesentlich später folgen. Deshalb verlassen Sie Ihren erhöhten Zufluchtsort erst, wenn offiziell eine Tsunami-Entwarnung gegeben wird. Bei einem Erdbeben der Magnitude 3, einem Beben, das der Mensch unter günstigen Bedingungen noch spüren kann, wird z.B. eine seismische Energie von ca. zwei Milliarden Joule freigesetzt. Dies entspricht 555,6 Kilowattstunden (kWh). Mit jeder weiteren Magnitudenstufe erhöht sich die Energie um den Faktor 30. Im Jahr 2010 betrug der durchschnittliche Energieverbrauch eines Privathaushaltes 66 GJ oder umgerechnet 18,335 MWh, Dies würde einer Erdbebenmagnitude von 4 entsprechen. Ein schadensträchtiges Beben der Magnitude 7 setzt bereits eine seismische Energiemenge von 450 Gigawattstunden frei, 10 Prozent der jährlichen elektrischen Energie, die ein Block eines modernen Kohlekraftwerks bereitstellt. Insgesamt verbrauchten 2011 alle privaten Haushalte in Deutschland 2194 PJ (Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen 10/2012), was in etwa einem Beben der Magnitude 9 entspricht. Die Erdbebengefährdung in Deutschland ist im globalen Vergleich zwar relativ gering, aber nicht vernachlässigbar. Insbesondere im Rheingebiet, auf der Schwäbischen Alb sowie in Ostthüringen und Westsachsen mit dem Vogtländischen Schwarmbebengebiet kommt es immer wieder zu kleineren Erdbeben. Deutlich fühlbare oder gar schadenverursachende Erdbeben gehören in Deutschland allerdings zu den seltenen Ereignissen. Das stärkste historisch nachgewiesene Erdbeben mit einer Magnitude von schätzungsweise 6,1 ereignete sich am 18.2.1756 im deutschen Teil der Niederrheinischen Bucht im Raum Köln-Aachen-Düren. Würde sich ein ähnlich starkes Erdbeben wie das von 1756 heute an gleicher Stelle ereignen, dann wären die Auswirkungen aufgrund der höheren Bevölkerungsdichte deutlich gravierender. Köln hatte 1750 beispielsweise mit weniger als 50.000 Einwohnern knapp ein Zwanzigstel der heutigen Bevölkerung. Eines der stärksten Erdbeben in Deutschland der jüngeren Vergangenheit ereignete sich am frühen Morgen des 13. April 1992 im deutsch-niederländischen Grenzgebiet. Das Epizentrum lag vier Kilometer südwestlich von Roermond in den Niederlanden, der Herd des Bebens mit der Stärke 5,9 befand sich in einer Tiefe von 18 Kilometern. In Nordrhein-Westfalen wurden mehr als 30 Personen vor allem durch herabfallende Dachziegel und Schornsteine verletzt. Das Epizentrum befindet sich an der Erdoberfläche senkrecht über einem Erdbebenherd (Hypozentrum), dem Ort in der Erdkruste, wo der Bruch beginnt sich auf der Bruchfläche auszubreiten. Es gibt in der Erdbebenforschung zwei Skalen, um Erdbeben bzw. Erdbebenerschütterungen zu klassifizieren und oft werden beide verwechselt. Zum einen gibt es die Magnitudenskala. Sie ist ein Maß für die beim Bruchprozess freigesetzte Energie im Erdbebenherd. Die Intensitätsskala hingegen klassifiziert die Erschütterungen/Schwingungen an einem beliebigen Ort auf der Erdoberfläche nach der Art der Erschütterungswahrnehmungen durch Menschen und dem Grad der Erdbebenschäden. Diese Intensitätsskala wird manchmal auch nach ihren Autoren abgekürzt als MSK oder MM bezeichnet, bzw. die neueste Version für Europa auch als EMS98. Die Intensitätsskala unterteilt Erdbeben in zwölf Klassen. Eine Intensität von 12 entspricht einem Totalschaden. Wenn die entsprechenden maximalen Erschütterungen nicht für eine beliebige Entfernung vom Erdbebenherd, sondern für den Bereich direkt über diesem, im sogenannten Epizentrum, gemeint sind, dann spricht man von der sogenannten Epizentralintensität I0. Sie ist in der Regel die größte bei einem Beben beobachtete Intensität. Die Erdbebenintensitätsskala ist aufgrund ihres räumlichen Charakters vergleichbar mit der Windstärkeskala nach Beaufort, die ebenfalls 12 Klassen hat. Die Skala reicht von Windstille bis zum verheerenden Orkan. Die Magnitude ist das logarithmische Maß für die seismische Energie, die bei einem Erdbeben im Erdbebenherd freigesetzt wird. Zur Bestimmung der Magnitude müssen die Bodenbewegungen als Seismogramme mit Seismometern gemessen werden. Eine Erhöhung der Magnitude um eine Einheit entspricht einer Vergrößerung der Bodenbewegung um den Faktor 10 und einer Erhöhung der Energie auf etwa das 30fache. Während die Magnitude ein Maß für die freigesetzte Energie im Erdbebenherd ist, klassifiziert eine Intensität die Erschütterungen an einem beliebigen Ort auf der Erdoberfläche. Dabei handelt es sich um eine vom amerikanischen Seismologen Charles Francis Richter 1935 entworfene Magnituden-Skala für Kalifornien. Sie ordnet die mit einem speziellen Seismographen (Wood Anderson Seismograph) gemessene Bodenbewegung der erstankommenden Wellen logarithmisch ein. Die Richter Skala wurde ursprünglich für Stationen in wenigen hundert Kilometer Entfernung definiert. In den Folgejahren wurden weitere Magnitudenskalen entwickelt, bei denen Stationen in größeren Entfernungen einbezogen und teilweise andere Wellentypen ausgewertet werden. Das Shaanxi-Erdbeben in China von 1556 gilt als das verheerendstes Beben in der Menschheitsgeschichte mit ca.830.000 Toten und einer geschätzten Magnitude von 8. Das stärkste Beben der letzten hundert Jahre fand in Chile am 22.5.1960 mit einer Magnitude (Momentmagnitude) von 9,5 statt. Am 28.3.1964 ereignete sich in Alaska im Prince William Sound ein Beben der Magnitude von 9,1. Weitere Starkbeben ereigneten sich am 26.12.2004 im Indischen Ozean vor der Nordostküste Indonesiens mit einer Magnitude von 9,2 und am 11.03.2010 im Pazifik vor der Ostküste Japans mit einer Magnitude von 9,0. Alle vier Erdbeben ereigneten sich untermeerisch und lösten verheerende Tsunamis aus. Die Lokalbebenmagnitude (ML) wird aus den erstankommenden Wellen nur an relativ nahe gelegenen Messstationen bestimmt. Normalerweise gilt diese Magnitudenskala für Entfernungen bis einige hundert Kilometer zwischen Beben und Station. Dagegen verwendet die Raumwellen-Magnitude (mb) seismische Wellen, die durch das tiefe Erdinnere laufen und an Stationen aufgezeichnet werden, die mehr als 2000 km entfernt sind. Die Ermittlung dieser Magnitude erfolgt immer noch sehr schnell. Für starke Erdbeben (> mb 6) gilt die Raumwellen-Magnitude jedoch als gesättigt, so dass die Magnitude sich kaum mehr erhöht, obwohl das Erdbeben sehr viel stärker war. Oberflächenwellen laufen relativ langsam entlang der Erdoberfläche (Geschwindigkeiten von etwa 3-4 km/s verglichen mit 8-14 km/s für die Raumwellen im Erdinnern), können aber in großen Entfernungen zum Erdbebenherd noch gut gemessen werden. Die aus diesen Wellen bestimmte Oberflächenwellen-Magnitude (MS) sättigt erst bei stärkeren Erdbeben, und wurde lange Zeit zur Charakterisierung von Starkbeben verwendet. Die langsame Ausbreitungsgeschwindigkeit bedingt jedoch, dass MS erst einige Zeit nach dem Erdbeben vorliegt. Heutzutage werden Erdbeben und stärkere Erdbeben vor allem mit der Momentenmagnitude (Mw) charakterisiert, die nicht mehr sättigt und direkt mit den physikalischen Parametern am Erdbebenherd verknüpft werden kann. Zur Bestimmung dieser Magnitude werden in der Regel theoretische Seismogramme für die Erde berechnet und mit Beobachtungen verglichen. Bei Starkbeben werden im Wesentlichen Oberflächenwellen verglichen, weshalb auch Mw nicht unmittelbar nach Eintreten des Erdbebens vorliegen kann. Einen vollkommenen Schutz vor Erdbeben gibt es nicht. Dennoch helfen geeignete Baumaßnahmen, die Einsturzgefährdung eines Bauwerks auch bei starken Beben erheblich zu reduzieren. Vorteilhaft ist beispielsweise die Verwendung von Stahlträgern beim Bau in erdbebengefährdeten Gebieten. Weltweite Standards gibt es jedoch nicht, aber zumindest für Europa wurden die Anforderungen zur Auslegung von Bauwerken gegen Erdbeben zusammengefasst (). Für Hochbauten, Brücken, Rohrleitungen, Türme und Schornsteine wurden hier entsprechende Sicherheitsstandards festgelegt. Eine weitere innovative Methode wird in folgendem ESKP-Beitrag vorgestellt:, Besteht der Untergrund aus unverfestigten Sedimenten, also zum Beispiel aus Sand- oder auch Kies, kann es passieren, dass sich durch die kurzzeitige Kontraktion des Sediments beim Durchgang der Erdbebenwellen die Sandkörner verdichten. Das in Poren und Zwischenräumen eingeschlossene Wasser verhindert dies jedoch und drängt die Körner auseinander, so dass diese ihren Kontakt verlieren. Die Festigkeit des Sediments wird reduziert und der Untergrund verflüssigt sich. Das heißt, das Sediment verhält sich für kurze Zeit wie eine Flüssigkeit. Gebäude, die auf dem Sediment stehen, bewegen sich im Extremfall vor und zurück wie ein Schiff an der Hafenmauer oder sinken ein. Ebenso werden Bodenmassen aus Spalten gepresst. Der Effekt der lässt sich im Kleinen beispielsweise auch am Sandstrand in der Nähe zur Wasserlinie nachvollziehen. Wird auf den feuchten, wenn auch zunächst festen Sandboden mehrfach an eine Stelle getreten, verflüssigt sich der mechanisch beanspruchte Bereich. Der Sand wird matschig, es entsteht ein Sand-Wasser-Brei. Bei einem Erdbeben in neusseeländischen Christchurch im Februar 2011 verursachte ein verhältnismäßig schwaches Beben der Stärke 6,2 enorme Schäden durch Bodenverflüssigungen. Einige Gebäude stürzten ein oder wurden durch die eindringenden Schlammmassen unbewohnbar. Bodenverflüssigung wurde auch bei den Erdbeben im Mai 2012 in der italienischen Po-Ebene (Emilia-Romagna) beobachtet. Ecuador 1906, Kamschatka (Russland) 1952, Valdivia (Chile) 1960, Alaska (USA) 1964, Maule (Chile) 2010, Tohoku (Japan) 2011 – alle diese Erdbeben haben zwei Dinge gemeinsam. Sie gehören zu den stärksten bisher gemessenen Erdbeben auf unserem Planeten. Und sie ereigneten sich alle rund um den Pazifik, am sogenannten “Pazifischen Feuerring”. Der Pazifische Feuerring zieht sich über ca.40.000 Kilometer rund um den Pazifischen Ozean, von Alaska bis Südamerika und von Neuseeland bis zur russischen Halbinsel Kamtschatka. Da die meisten Bebenherde dort unter dem Meeresboden liegen, können sie außerdem zerstörerische Tsunamis auslösen. Damit gehören die Küstenländer rund um den Pazifik zu den am meisten von Erdbeben bedrohten Regionen der Erde. Siehe dazu auch den, Die Fragen wurden beantwortet von Prof. Dr. Torsten Dahm und Prof. Dr. Frederik Tilmann, Deutsches GeoForschungsZentrum (GFZ). Die Erdbeben werden am Deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ) vom Geoforschungsnetzwerk () aufgezeichnet. Text, Fotos und Grafiken soweit nicht andere Lizenzen betroffen: | eskp.de | Earth System Knowledge Platform – die Wissensplattform des Forschungsbereichs Erde und Umwelt der Helmholtz-Gemeinschaft : Fragen und Antworten zum Thema Erdbeben

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Was entsteht durch ein Erdbeben?

Erdbeben an den Bruchzonen – Die Bruchzonen auf der Erde gehen auf unterschiedliche Plattenbewegungen zurück. Platten können sich zum Beispiel aufeinander zu bewegen. Entweder falten sich dann die Plattenränder auf, oder die schwerere Platte taucht unter die leichtere.

  1. Neue Erdkruste entsteht dort, wo sich zwei Platten voneinander weg bewegen.
  2. Dann tritt in der Bruchzone heiße, flüssige Lava aus.
  3. Der 70.000 Kilometer lange Mittelozeanische Rücken, ein Gebirgszug unter der Meeresoberfläche, ist ein Beispiel hierfür.
  4. Er umspannt fast die gesamte Erde! Platten können auch aneinander vorbeidriften.

Das bekannteste Beispiel hierfür ist der San-Andreas-Graben in Mexiko und Kalifornien. Die Bruchzone ist hier immerhin über 1000 Kilometer lang! Erdbeben wie in Nepal passieren immer wieder. Die Erde besteht aus mehreren einzelnen großen und kleinen Platten. Hier sind die großen und mittelgroßen Platten zu sehen © United States Geological Survey Inzwischen weiß man, wo die Erde am aktivsten ist: Japan etwa liegt in der Grenzzone von gleich vier geologischen Platten, die sich alle gegeneinander bewegen.

Wie entsteht ein Erdbeben ZDF?

logo!: Wie Erdbeben enstehen

Erdbeben entstehen tief unter der Erdoberfläche.Einige Regionen sind sehr viel Erdbeben-gefährdeter als andere.In Deutschland gibt es nur sehr selten spürbare Erdbeben.

Erdbeben können unterschiedlich stark sein – die meisten sind kaum spürbar. Andere wiederum sind so stark, dass einzelne Häuser oder aber auch ganze Städte zerstört werden können. Um zu verstehen, wie Erdbeben entstehen, muss man ganz tief ins Innere der Erde schauen :

Die Erde besteht von innen nach außen betrachtet aus unterschiedlichen “Schichten”: dem glühend heißen Erdkern in der Erdmitte, dann folgt der Erdmantel und die oberste “Schicht” ist die Erdkruste. Die Erdkruste ist aber nicht eine dicke, zusammenhängende Schicht, sondern sie ist in viele einzelne Erdplatten aufgeteilt – ein bisschen so, wie wenn ihr einen Teller fallen lasst und der sich in einzelne Bruchstücke teilt (nur natürlich in viel viel größer!). Von diesen “Bruchstücken” der Erdkruste gibt es acht große und viele kleinere. Man nennt diese Stücke auch Erdplatten, oder einfach nur Platten. Diese Platten der Erdkruste “schwimmen” auf der glühend heißen und flüssigen Magma und werden wie von einem Motor angetrieben. Deshalb sind die Platten auch ständig in Bewegung. Bildquelle: ZDF Von der Bewegung der Erdplatten bekommen wir aber meistens nichts mit – außer es kommt zu einem Erdbeben! Die kommen am häufigsten dort vor, wo zwei oder mehrere Erdplatten aneinander grenzen. Und dabei passiert Folgendes: Wenn zwei solcher Platten aufeinander treffen, dann können sie sich untereinander schieben, oder aneinander reiben und sich dabei ineinander verhaken oder verkanten. Dabei baut sich oft eine enorm große Spannung auf. Irgendwann ist diese Spannung so groß, dass sich die Platten mit einem gewaltigen Ruck voneinander lösen. Der Ruck ist meist so heftig, dass dabei eine große Menge Energie freigesetzt wird – die Erde bebt! Die Stelle, an der der “Ruck” stattfindet, nennt man “Epizentrum”, dort spürt man ein Erdbeben am heftigsten. Vom Epizentrum aus breitet sich die freigesetzte Energie als Wellen im Inneren und an der Oberfläche der Erde aus. Je mehr Energie der Ruck erzeugt, desto weiter reichen diese Wellen – deshalb spürt man Erdbeben nicht nur da, wo sie passieren, sondern manchmal sogar in vielen hundert Kilometern Entfernung. Die Stärke der Beben kann man messen: mit Seismografen, das sind Geräte, die überall auf der ganzen Welt verteilt sind. Sie können selbst die kleinsten Bodenbewegungen messen und aufzeichnen. Mit Hilfe der Messungen wird dann die Stärke des Erdbebens angegeben. Dabei wird oft eine Zahl genannt, zum Beispiel: Das Erdbeben hatte eine Stärke von 5,6. Die Zahl gibt den Wert auf einer Skala an. Die am häufigsten verwendeten Skalen gehen dabei von 1 bis 10. Die Zahl 1 ist also der niedrigste Wert und 10 ist der höchste Wert. Erdbeben bis zur Stärke 2 spürt man häufig kaum, während man bei Erdbeben der Stärke 10 davon ausgeht, dass dabei die komplette Erdkruste auseinanderbrechen würde. So ein starkes Erdbeben wurde bis jetzt aber noch nicht gemessen. Das stärkste je gemessene Erdbeben ereignete sich im Jahr 1960 in dem Land Chile und hatte eine Stärke von 9,6.

In Deutschland sind schwere Erdbeben selten. Deutschland liegt nämlich nicht an einer Erdplatten-Grenze, sondern mitten auf der Eurasischen Platte. Diese Lage schützt das Land aber nicht komplett vor Erdbeben: An bestimmten Schwachstellen der Platten kann es nämlich trotzdem zu Erdbeben kommen, wenn der Druck an den Grenzen der Platten zu hoch wird.

  1. Eine dieser Schwachstellen ist der sogenannte Oberrheingraben,
  2. Der liegt zwischen Ostfrankreich und Süddeutschland.
  3. In dieser Region werden immer wieder viele kleine Erdbeben gemessen.
  4. Die Erdplatten sind nämlich immer weiter in Bewegung: Durch den Druck der Afrikanischen Platte auf die Eurasische sind nämlich die Alpen entstanden – und sie wachsen immer noch um mehrere Millimeter im Jahr.

In Norddeutschland gibt es dagegen so gut wie gar keine Erdbeben. Die Alpen sind durch den Druck der Afrikanischen und der Eurasischen Platte entstanden. Quelle: ZDF Die meisten Erdbeben in Deutschland sind jedoch so schwach, dass nur empfindliche Messgeräte sie überhaupt wahrnehmen können.

Wie viele Erdbeben gibt es pro Tag auf der Welt?

Die Erde ist in Bewegung. Unterhalb der Erdkruste wirken immense Kräfte, die weltweit jeden Tag für rund 9000 Erdbeben sorgen. In der Regel bekommen wir oberhalb von diesen Kräften wenig mit.

Wie lange dauert ein Erdbeben an?

Die Erschütterungsdauer kann bei starken Beben, in Abhängigkeit von der Art und Größe des Bruchvorganges sowie des Untergrundes, einige Sekunden (bei etwa Magnitude 6) bis zu mehr als fünf Minuten (bei Magnitude 9 und stärker) betragen.

Kann ein Erdbeben von Menschen ausgelöst werden?

Page 2 – Der Ort Philippsthal vor einem Kaliwerk und Abraumhalde in Thüringen. Die bisher stärksten, durch Bergbau induzierten Erdbeben in Deutschland ereigneten sich in den Kalibergbau-Gebieten in Mitteldeutschland. (Foto: imago/Friedrich Stark) Bereits seit vielen Jahrhunderten gewinnt der Mensch durch Bergbau Bodenschätze und beeinflusst dadurch die Umwelt.

  • Schon um 1880 waren im Ruhrgebiet die sogenannten Bergsenken bekannt.
  • Es handelt sich dabei um großräumige Absenkungen des Bodens, die der Kohlebergbau verursachte.
  • Auch dass der Bergbau Erdbeben induzieren kann, blieb nicht unbemerkt.
  • Ab dem Jahr 1907 wurde im Ruhrgebiet das weltweit erste Überwachungssystem für „menschgemachte Erdbeben” installiert.

Die in Deutschland ereigneten sich jedoch nicht im Ruhrgebiet, sondern in den Kalibergbaugebieten der Werra in Mitteldeutschland. In den 1970-er Jahren konnte erstmals nachgewiesen werden, dass sich auch durch das Einbringen von Wasser in den Untergrund Erdbeben auslösen lassen.

  • Damals suchte man nach Möglichkeiten, große Mengen chemisch belasteten Abwassers zu entsorgen und verpresste es gezielt.
  • Abwasser, welches zwischen den Jahren 1962 bis 1965 in der Region Denver in einer Tiefe von 3,5 Kilometern verpresst wurde, löste zahlreiche Erdbeben aus.
  • Die Erdbebenereignisse traten damals nicht nur während der Injektion auf, sondern noch Jahre später.

So ereignete sich das bis dahin stärkste Ereignis mit einer Magnitude von 4,8 erst zwei Jahre nach der letzten Verpressung (Injektion) von Abwasser in den Untergrund. Heute werden in den USA mehr als 140.000 Injektionsbohrungen genutzt, entweder für die Verpressung von Abwässern in der Tiefe oder zur Gewinnmaximierung bei der Ölförderung.

  1. Nur ein kleiner Prozentsatz davon löste Erdbeben mit einer Magnitude über 3 aus und wurde deshalb überhaupt bemerkt.
  2. Das bisher stärkste durch Injektion in der Nähe von Pawnee/ Oklahoma ausgelöste Ereignis im Jahr 2016 hatte jedoch eine Magnitude von 5,8 und führte zu zum Teil erheblichen Schäden an zahlreichen Gebäuden.

Aufgrund dieses Ereignisses und der hohen Anzahl an Injektionsbohrungen werden menschgemachte Erdbeben in den USA seit wenigen Jahren in die Analyse der seismischen Gefährdung einbezogen. Aber auch in Europa gab es in den letzten hundert Jahren die unterschiedlichsten Erdbeben, die entweder durch menschliche Eingriffe induziert oder ausgelöst wurden.

  • In Südeuropa traten die stärksten ausgelösten Beben mit Magnituden über 5 in der Nähe von Stauseen auf.
  • In Deutschland, den Niederlanden und Polen waren Bergbau sowie Gas- und Ölförderung die Hauptverursacher stärkerer induzierter Erdbeben.
  • Zum Beispiel bebte zwischen 1940 und 1989 die Erde mehrmals in der Nähe von deutschen Kalibergbaugruben.

Sie verzeichneten ebenfalls hohe Werte mit Magnituden bis zu 5,6 und verursachten beispielsweise im Werra-Kalirevier größere Sachschäden. Die konventionelle Gasförderung hat in Europa Erdbeben bis knapp unterhalb der Magnitude 4,5 hervorgerufen. Eines der größten Gasfelder Europas auf Land liegt bei Groningen in den Niederlanden nahe der deutschen Grenze.

Im Januar 2018 trat dort in nur 3 Kilometer Tiefe ein Schadensbeben auf. Bereits seit vielen Jahren war die Gegend von zahlreichen Erdbeben betroffen, mit Schäden an Tausenden von Häusern. Die niederländische Regierung hatte in Folge dessen ein aufwändiges Programm zur Reduzierung von menschgemachten Beben aufgelegt.

Nach dem Erdbebenereignis 2018 haben die holländischen Ministerien im Frühjahr 2018 angekündigt, die Gasförderung in Groningen bis ins Jahr 2030 auslaufen zu lassen. Obgleich die menschgemachten Erdbeben in den östlichen Niederlanden lediglich eine Magnitude von 3,4 oder weniger hatten, sind sowohl die wirtschaftlichen Verluste wie auch die Kosten durch die Kompensation von Gebäudeschäden beachtlich.

  1. Anders als in den USA haben Injektionen und Frackingverfahren in Europa bisher nur wenige Erdstöße mit Magnituden über 3 ausgelöst.
  2. Allerdings sind stimulierende Fluidinjektionen zur Entwicklung der tiefen Geothermie in den letzten Jahren mehr und mehr in den Fokus der Diskussion geraten.
  3. Beispiele sind die beiden Schweizer Beben in Basel (M=3,4) im Jahr 2006 und in Sankt Gallen (M=3,5) im Jahr 2013.

Nahe der Stadt Pohang in Südkorea trat in 2017 ein Erdbeben der Magnitude 5,5 in der Nähe einer Stimulationsbohrung einer Geothermie-Anlage auf. Das Ereignis wird kontrovers diskutiert, wäre es doch das bisher weltweit stärkste Erdbeben mit einer möglichen Verbindung zu einer geothermischen Exploration. Blick auf den Stausee in der Sichuan-Provinz in China. Dort bebte im Jahr 2008 die Erde nachdem der Stausee mit Wasser gefüllt wurde. Wissenschaftler sind sich nicht einig, ob der Stausee das Ereignis ausgelöst hat. (Foto: imago/Xinhua) Forscher unterscheiden zwischen induzierten und ausgelösten Beben, wenn sie menschgemachte Erdbeben begutachten.

  1. Diese Unterscheidung ist sinnvoll, um Aussagen darüber zu treffen, wie groß ist der Anteil des Menschen an dem Erdbeben ist oder ob es ohnehin aufgetreten wäre, eben nur zu einem späteren Zeitpunkt.
  2. Die Frage ist also, inwieweit die Ereignisse zusätzlich durch natürliche tektonische Spannungen beeinflusst wurden, die sich über viele Jahrhunderte aufgebaut haben.
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Ein induziertes Erdbeben wäre ohne die menschliche Aktivität nicht aufgetreten. Ein ausgelöstes Erdbeben hingegen wird zwar in dem Zeitpunkt seines Auftretens durch den Menschen beeinflusst, im Wesentlichen aber werden die tektonischen Spannungen durch die Größe der Bruchfläche bestimmt und ein Erdbeben wäre in diesem Fall früher oder später unvermeidlich.

  • Es nicht unbedeutend, diese Ursachenforschung bis ins letzte Detail zu betreiben, insbesondere im Hinblick auf Versicherungsfälle.
  • Ein besonders markantes Beispiel eines solchen Streitfalls stellt das Starkbeben im Jahr 2008 mit einer Magnitude von 7,9 am Rande des Wenchuan-Sedimentbeckens in China dar.

Dieses Beben forderte mehr als 70.000 Menschenleben und verursachte wirtschaftliche Schäden von mehr als 40 Milliarden US-Dollar. In der Nähe des Epizentrums – also des Ortes, wo der Bruch begonnen hatte – wurde damals ein Stausee befüllt. Wissenschaftler sind sich bis heute nicht einig, ob der Stausee das Ereignis ausgelöst haben kann oder nicht.

  1. Die meisten Erdbeben sind abrupte, schnelle Scherbrüche.
  2. Sie entstehen also durch Versatz, nicht durch Dehnung der Erdkruste.
  3. Dieser Versatz der Erdkruste findet entlang bereits angelegter Schwächezonen oder vorhandener geologischer Verwerfungen statt.
  4. Überschreitet die in einem Gebiet vorhandene Scherspannung die Festigkeitsgrenze des Gesteins, so kommt es zu einem Bruch.

Als Bruchkriterium wird meistens das „Coulombsche Spannungskriterium” verwendet: Demnach ist die Scherfestigkeit des Gesteins umso höher, je stärker die Auflast von oben drückt. Zwei geophysikalische Mechanismen erklären, wie ein Bruch ausgelöst werden kann.

  • Zum einen kann die Scherspannung steigen und einen kritischen Wert über schreiten.
  • Zum anderen kann die Auflast – oder allgemeiner: die senkrecht wirkende, kompressive Normalspannung – sinken und einen kritischen Wert unter schreiten.
  • Wird beispielsweise ein Stausee gefüllt, so wächst durch die Kompression des Gesteins die Scherspannung.

Den gleichen Effekt kann die Massenumlagerung durch Bergbau haben. Ebenso kann die Wegnahme von Auflast – zum Beispiel durch Entleerung eines Gas- oder Ölfelds oder Aushub von Erdmasse – das Gestein in die Nähe kritischer Werte der Scherspannung bringen. Für den zweiten Mechanismus – die Absenkung der senkrecht wirkenden, kompressiven Normalspannung – spielt der Porendruck im Gestein eine wichtige Rolle. Jedes Gestein hat eine charakteristische Porosität. Der innere Porendruck, der im Skelett des porösen Gesteins wirksam ist, gleicht die Normalspannung aus, also zum Beispiel die Spannung durch Auflast.

  • Mit wachsendem Porendruck sinkt daher die wirksame Normalspannung, während die Scherspannung gleich bleibt.
  • Nach dem Coulombschen Spannungskriterium steigt in Folge die Bruchgefahr.
  • So kann zum Beispiel das Einpressen von Fluiden in den Untergrund Erdbeben auslösen.
  • Der Porendruck wird vor allem dann beeinflusst, wenn Schichten mit hoher Durchlässigkeit –etwa wasserleitende Schichten – mit einer Injektionsbohrung oder einem Stausee in Verbindung stehen.

Bei einem Stausee kann das unbeabsichtigt passieren. In anderen Fällen ist die Injektion in wasserleitende Schichten gewollt, um große Mengen von Fluiden im Untergrund zu „verpressen”. Allerdings muss sich für die Auslösung eines Erdbebens nicht nur der Spannungszustand im Untergrund ändern.

  • Eine weitere notwendige Voraussetzung ist die Existenz einer Schwächezone oder Verwerfung.
  • Erst das lässt einen Gesteinsbruch einer gewissen Größe zu.
  • Wie Abbildung 1 verdeutlicht, können solche Verwerfungen auch in einiger Entfernung zu dem Gebiet, in dem die menschliche Aktivität stattfindet, beeinflusst werden.

Wollen Wissenschaftler das Erdbebenpotenzial im Umfeld geotechnischer Anlagen abschätzen, müssen sie also nicht nur Spannungs- und Porendruckänderungen im Gestein ermitteln, sondern auch Störungszonen im Untergrund erkunden. Es ist zwar bekannt, unter welchen Bedingungen sich ein Bruch ereignet, der mit einem Erdbeben einhergeht.

  1. Dennoch können weder induzierte noch ausgelöste oder rein natürliche Erdbeben auf Tag und Stärke vorhergesagt werden.
  2. Zum einen weisen die Bruchkriterien nur auf eine mögliche Auslösung hin.
  3. Sie enthalten aber keine Information über die Stärke des Bebens.
  4. Damit sich ein ausgelöster Bruch zu einem spürbaren Erdbeben entwickelt, muss sich der Bruch ausbreiten können.

Je größer die Bruchfläche wächst, desto stärker wird das Beben. Wir verstehen bis heute nicht genau, wann ein Bruch stoppt und warum sich nicht jedes kleine Beben zu einem Starkbeben entwickelt. Allerdings können Seismologen aus vielen Beobachtungen ableiten, wie die Statistik der „Bruchgrößenverteilung” aussieht.

  • Sie scheint einer strengen Gesetzmäßigkeit zu folgen – dies gilt sowohl für natürliche wie auch für induzierte Erdbeben.
  • Mittlerweile ist es auch möglich mit Hilfe von Seismizitätsmodellen abzuschätzen, wie sich diese Erdbebenstatistik verändert, wenn die Spannungen im Untergrund beeinflusst werden.
  • Das am Deutschen GeoForschungsZentrum verwendete Seismizitätsmodell berücksichtigt sowohl Spannungen durch tektonische Belastung als auch durch menschliche Aktivitäten.

Da ein detailliertes Wissen über den Spannungszustand und die Bruchausbreitung fehlt, erlaubt dieser Ansatz aber nur eine Wahrscheinlichkeitsvorhersage. Jedes einzelne Erdbeben auf Tag, Stunde und Magnitude genau vorherzusagen, ist damit nicht möglich.

Ob ein Erdbeben durch menschliche Aktivität nur ausgelöst oder vollständig induziert wurde, ist bis heute schwer zu unterscheiden. Eine Möglichkeit dies zu eruieren liegt im Vergleich der erwarteten Erdbebenrate aufgrund der rein tektonischen Coulombspannungsrate mit der durch den Menschen eingebrachten Coulombspannungsrate.

Die Spannungsrate und ihre zeitliche Änderung stehen in Zusammenhang mit der Erdbebenrate. Ist die abgeschätzte tektonische Erdbebenrate kleiner als die menschgemachte, dann ist das Erdbeben mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgelöst. Ist sie größer, dann ist das Beben wahrscheinlich tektonischen Ursprungs.

  • Um zwischen ausgelösten und induzierten Erdbeben zu unterscheiden, genügt es nicht, nur den Ort des Bruchbeginns zu untersuchen.
  • Es ist wichtig zu wissen, ob die menschgemachten Coulombspannungsänderungen tatsächlich über die gesamte Fläche des späteren Bruchs dominieren.
  • Ein weiteres Kriterium untersucht, ob die freigesetzte Erdbeben-Energie kleiner ist als die durch den Menschen eingebrachte potenzielle Energie.

Um das zu bestimmen benötigt man detaillierte Daten über den Untergrund, die allerdings ohne Hilfe der Anlagenbetreiber nur schwer erhoben werden können. Text:, Helmholtz-Zentrum Potsdam, Deutsches GeoForschungsZentrum | GFZ Anthropogene Erdbeben. (o.D.).

  1. Aufgerufen am 12.04.2021.
  2. Braun, T., Cesca, S., Kühn, D., Martirosian-Janssen, A.
  3. Dahm, T. (2018).
  4. Anthropogenic seismicity in Italy and its relation to tectonics: State of the art and perspectives.
  5. Anthropocene, 21, 80-94.
  6. Dahm, T., Becker, D., Bishoff, M., Cesca, S., Dost, B., Fritschen, R.,, Husen, S.

(2013). Recommendation for the discrimination of human-related and natural seismicity. Journal of Seismology, 17, 197-202. Dahm, T., Cesca, S., Hainzl, S., Braun, T. & Krüger, F. (2015). Discrimination between induced, triggered, and natural earthquakes close to hydrocarbon reservoirs: A probabilistic approach based on the modeling of depletion-induced stress changes and seismological source parameters.

Journal of Geophysical Research, 120 (4), 2491-2509. Koyna-Bohrprojekt zur Erforschung induzierter Seismizität. (2015, 16. Januar). Aufgerufen am 12.04.2021. Veröffentlicht: 07.11.2018, 5. Jahrgang Zitierhinweis: Dahm, T (2018, 7. November). Menschgemachte Erdbeben – induziert oder ausgelöst? E arth System Knowledge Platform, 5,

Text, Fotos und Grafiken soweit nicht andere Lizenzen betroffen: | eskp.de | Earth System Knowledge Platform – die Wissensplattform des Forschungsbereichs Erde und Umwelt der Helmholtz-Gemeinschaft : Menschgemachte Erdbeben – induziert oder ausgelöst ?

Wie kommt es zu einem Erdbeben für Kinder erklärt?

Wie werden Erdbeben gemessen? – Die Stärke eines Erdbebens wird mit der Richterskala beschrieben. Ihren Namen hat sie vom amerikanischen Wissenschaftler Charles F. Richter, der die Skala entwickelt hat. Die Stärke misst man mit folgenden Werten:

bis 1: nur von Instrumenten messbar 2-3: von Menschen nur leicht spürbar 4-5: leichte Beschädigungen 6-7: große Schäden ab 8: sehr zerstörerisches Erdbeben

Gemessen werden Erdbeben mit Hilfe von Seismographen, Das sind Instrumente, die kleine Bewegungen des Bodens aufzeichnen. Die Aufzeichnung der Erschütterungen auf Papier, Film oder im Computer heißt Seismogramm. Bei Erdbeben findet man meistens die Werte der Richterskala in den Nachrichten.

Was war das stärkste Erdbeben auf der Welt?

Stärkere Beben fordern nicht immer die meisten Toten – All das beeinflusst neben der Erdbebenstärke das Ausmaß der Schäden. Das zeigt dieser Vergleich: Das große Erdbeben in Chile von 1960 ist mit einer Magnitude von 9,5 das stärkste Beben seit Beginn der Aufzeichnungen.

Warum sind Erdbeben oft in der Nacht?

Warum Findet das Erdbeben immer nachts statt? – Dass sich viele der in Erinnerung bleibenden Erdbeben nachts ereigneten, ist reiner Zufall. Tatsächlich gibt es keinen wissenschaftlichen Beweis, der einen Zusammenhang zwischen einem seismischen Ereignis und dem Wechsel von Tag und Nacht aufzeigt.

Sicher, die Statistiken zeigen uns eine andere Realität: Das Erdbeben in der Emilia Romagna im Jahr 2012 begann in der Nacht mit einem starken Schock, und dasselbe geschah im Sommer 2016, als die Erde in Mittelitalien bebte. Noch früher war das Erdbeben von L’Aquila im Jahr 2009 an der Reihe, und dasselbe gilt für das von Friaul im Jahr 1976 und sogar für das von Messina im Jahr 1908.

Aber es ist nur ein tragischer Zufall.

Was passiert bei Erdbeben Stärke 7?

Welche Erdbebenstärke hat welche Folgen? – Erdbeben können je nach Dauer, Bodenbeschaffenheit und Bauweise in der Region unterschiedliche Auswirkungen haben. Häufig gilt:

Stärke 1-2: schwaches Beben, nur durch Instrumente nachzuweisen Stärke 3: Erdbeben nur in der Nähe des Epizentrums zu spüren Stärke 4-5: 30 Kilometer um das Zentrum spürbar, leichte Schäden Stärke 6: Tote und schwere Schäden in dicht besiedelten Regionen Stärke 7: In weiten Gebieten stürzen durch das Erdbeben Häuser ein, viele Tote Stärke 8: Verwüstung im Umkreis Hunderter Kilometer, sehr viele Tote

Das Maß für die Stärke eines Erdbebens ist die abgestrahlte Energie. Ein Schritt auf der Magnitudenskala bedeutet, dass sich die freigesetzte Energie um das 37-fache erhöht. Der Ausschlag der bei dem Beben gemessenen seismischen Wellen (Amplitude) erhöht sich pro Einheit um das Zehnfache. Ein Beben der Stärke 6 setzt rund 1000 Mal so viel Energie frei wie ein Beben der Stärke 4.

Warum sind Erdbeben so gefährlich?

Mögliche Gefahren – Die Wahrscheinlichkeit für starke Beben in Deutschland wird als gering bis mittel eingestuft, sollte aber in Risikogebieten nicht unterschätzt werden. Risikogebiete in Deutschland liegen in der Kölner Bucht, südlich von Tübingen in der Schwäbischen Alb, im südlichen Rheingraben sowie in der Umgebung von Gera. Quelle: BBK Die Karte der Erdbebenzonen gibt Auskunft, wo in Deutschland Beben zu erwarten sind. Dargestellt sind die Flächenbereiche der Erdbebenzonen 0 bis 3, die auch den Gefährdungsgraden entsprechen. Die Zone 3 steht dabei für die Regionen mit der größten Erdbebengefährdung.

Befindet sich das Zentrum des Erdbebens in geringer Tiefe, können oberirdisch über dem Zentrum erhebliche Schäden an Gebäuden auftreten. Die Erdbebenwellen führen an der Erdoberfläche dazu, dass sich der Boden sowohl hin und her als auch auf und ab bewegt. Die Gebäude werden dadurch in Schwingungen versetzt.

Formstabile Gebäude, beispielsweise mit Stahlbetonwänden und wenigen Stockwerken, werden vom Erdbeben kaum beansprucht, da sie mit der Bodenbewegung mitschwingen können. Gebäude mit geringer Steifigkeit oder Elastizität werden durch Erdbeben am stärksten beansprucht.

Derartige Gebäude schwingen stärker als der Boden. Extrembeanspruchung besteht, wenn Gebäude dabei in Drehschwingung um ihre senkrechte Achse geraten. Gebäude können sogar in den Boden einsinken, wenn lockerer Sand und Grundwasser die Bodenfestigkeit auflösen. Erdbeben können Versorgungsleitungen (Gas, Wasser, Strom) unterbrechen.

Beim Bruch von Gasleitungen besteht Brand- und Explosionsgefahr. Wenn sich das Gebäude an einem Hang befindet, besteht ebenfalls ein höheres Risiko durch Hangrutsche.

Wie stark kann ein Erdbeben werden?

Für die Magnitude misst ein Seismometer die Erschütterung – Zur Bestimmung der Magnitude muss die Erschütterung infolge eines Erdbebens mit einem Seismometer gemessen werden. Zudem müssen die Entfernung zur Messstation und zum Erdbebenherd bekannt sein.

  1. Aus der grafischen Auswertung des Seismometers – dem Seismogramm – kann die größte Bodenbewegung bzw.
  2. Der maximale Ausschlag (Amplitude) abgelesen werden.
  3. Dieser ergibt in Kombination mit der Entfernung die Magnitude.
  4. Da die Ausschläge auf dem Seismogramm in natürlichen Zahlen nicht mehr übersichtlich dargestellt werden können, baute Richter die Skala logarithmisch auf.

Unterscheiden sich Erdbeben vom maximalen Ausschlag her um den Faktor 10, so unterscheiden sie sich in ihrer Magnitude auf der Richter-Skala um den Wert 1. Ein Beben der Stärke 7 ist folglich zehnmal so stark wie ein Beben der Stärke 6, 100 Mal so stark wie ein Beben der Stärke 5 und 1.000 Mal so stark wie ein Beben der Stärke 4.

Kann man ein Erdbeben vorher sehen?

Die Erdbebengefahr in Deutschland ist im weltweiten Vergleich als relativ niedrig einzuschätzen, wobei Baden-Württemberg das seismisch aktivste Bundesland ist. Im Südwesten bebt es nahezu jeden Tag, allerdings meist in einer so geringen Stärke, dass es für den Landeserdbebendienst messbar, für die Bewohner aber nicht wahrzunehmen ist.

  1. Geologisch gesehen wird jedoch deutlich, dass die Erdkruste im Südwesten ständig in Bewegung ist.
  2. Aber, sind Erdbeben vorhersagbar? Der Landeserdbebendienst am LGRB betreibt ein Netz von ca.40 Messstationen in Baden-Württemberg und Umgebung.
  3. Manche davon sind so empfindlich, dass auch Mikrobeben einer Stärke der Magnitude 1 auf der Richterskala, also weit unterhalb der Wahrnehmungsschwelle von Menschen und Tieren, registriert werden können – und dies ist fast jeden Tag der Fall.

Etwa ab Magnitude 2,0 werden alle Beben in Baden-Württemberg vollständig erfasst und lokalisiert. Etwa ab dieser Stärke sind Erdstöße unter bestimmten Umständen lokal auch von einzelnen Personen spürbar. Das Messsystem des Erdbebendienstes versendet eine vollautomatisch generierte Nachricht innerhalb weniger Minuten an das Lagezentrum des Innenministeriums in Stuttgart, falls zu erwarten ist, dass die Erschütterungen eines Bebens in Baden-Württemberg wahrgenommen werden.

  1. Von dort wird die Meldung an die Rundfunk- und Fernsehanstalten weitergeleitet.
  2. Gleichermaßen werden alle betroffenen Dienststellen und Einsatzzentralen der Feuerwehr und der Polizei auf Landkreisebene informiert (siehe LGRB-Nachricht 06/2004).
  3. Aber kann der Erdbebendienst nicht auch schon vorher warnen? Kann man denn Erdbeben nicht vorhersagen? Erdbebenvorhersage im engeren Sinne bedeutet die Angabe von Ort, Zeit und Stärke eines zukünftigen Erdbebens – so präzise, zuverlässig und rechtzeitig, dass eine Warnung erfolgen kann.
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Die naturwissenschaftlichen Lösungsansätze benutzen rein statistische Verfahren (Periodizitäten, Häufungen, Lücken von Beben) bzw. Korrelationen mit physikalischem Hintergrund (zum Beispiel mit Gezeiten, Niederschlag, geodätischen Verschiebungen), Erkennung von Vorläuferphänomenen (zum Beispiel Vorbeben, Grundwasserpegelschwankungen, elektromagnetische Signale, Radongasemissionen) und möglicherweise auch direkte Messungen von Gesteinsspannungen und Deformationen in der Tiefe.

Alle Methoden waren bisher erfolglos – oder zu teuer. Neben ein paar Zufallstreffern waren weltweit nur Fehlschläge zu verzeichnen. Warum ist die Vorhersage von Erdbeben soviel schwieriger als die des Wetters? Ab Anfang Dezember 2006 gab es in Basel bei der Geothermieanlage Deep-Heat-Mining eine Reihe »induzierter« Erdbeben.

Diese Beben wurden durch das Einpressen von Wasser in der Tiefe von 5 000 m im Verlauf des Hot-Dry-Rock-Verfahrens zur Gewinnung von Erdwärme ausgelöst. Mikrobeben waren bei der »Stimulation« des Gebirges zu erwarten gewesen und sind zur Öffnung des Gesteins als Wärmetauscher sogar beabsichtigt.

Das stärkste Beben am 8. Dezember 2006 erreichte jedoch den unerwartet hohen Wert von 3,5 auf der Richterskala (Abbildung) und überschritt damit deutlich den vorab prognostizierten Verlauf. Entsprechende Untersuchungen sind noch im Gange. Immerhin eröffnet die Messung geophysikalischer und hydraulischer Parameter in Bohrlöchern, also sozusagen »vor Ort«, neue Erfolg versprechende Möglichkeiten zur Erdbebenvorhersage-Forschung, vergleichbar mit meteorologischen Messungen in der Atmosphäre bei der Wettervorhersage.

Der Landeserdbebendienst erhält zuweilen Erdbebenvorhersagen für Baden-Württemberg und wird gebeten, dazu Stellung zu nehmen. Selbst wenn deren Glaubwürdigkeit nicht ohne Weiteres infrage gestellt werden kann, sind Vorhersagen mit großen Unsicherheitsbereichen in den Angaben von Ort, Zeit oder Stärke sowie Vorhersagen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit des zufälligen Eintreffens nur von geringem oder völlig ohne praktischen Wert.

  1. Aktuell wurde aus der Analyse der langjährigen Verschiebungsmessungen an der Rheingrabenrand-Verwerfung bei Freiburg ein Erdbeben der Magnitude 5,4 oder größer am südlichen Oberrhein prognostiziert.
  2. Die Zufallstrefferwahrscheinlichkeit betrug etwa 1 %.
  3. Die Begründung der Vorhersage erschien spekulativ, ein physikalischer Zusammenhang fraglich.

Die Vorhersage konnte als unglaubwürdig eingestuft werden. Sollte es doch Vorläuferphänomene vor Erdbeben geben, dann verstehen wir sie noch nicht zu deuten. Und was ist vom »siebten Sinn« der Tiere zu halten? Immerhin hört man, dass Schlangen, Vögel und Katzen sich vor Erdbeben anomal verhalten können.

Und auch in Baden-Württemberg wird dem Erdbebendienst immer wieder von Haustieren berichtet, die Erdbeben vorher »spüren«. Allerdings kommen die Berichte meist erst hinterher. Präzise Angaben von Epizentrum, Herdzeit und Magnitude zukünftiger Erdbeben sind weltweit noch nicht möglich. Machbar dagegen sind Prognosen im Sinne langfristiger Wahrscheinlichkeitsaussagen über Häufigkeit und Intensität der Bodenbewegung bei Erdbeben.

Die Gebiete erhöhter Erdbebengefährdung sind also bekannt. Eine entsprechende Karte der Erdbebenzonen für Baden-Württemberg 1 ist Grundlage der Anwendung von Regeln für eine erdbebensichere Bauweise nach DIN4149 (siehe LGRB-Nachricht 09/2005).

Wie fühlt sich ein Erdbeben an?

Europäische Makroseismische Skala (EMS-98) –

Intensität Definition Beschreibung der maximalen Wirkungen (stark verkürzt)
I nicht fühlbar Nicht fühlbar.
II kaum bemerkbar Nur sehr vereinzelt von ruhenden Personen wahrgenommen.
III schwach Von wenigen Personen in Gebäuden wahrgenommen. Ruhende Personen fühlen ein leichtes Schwingen oder Erschüttern.
IV deutlich Im Freien vereinzelt, in Gebäuden von vielen Personen wahrgenommen. Einige Schlafende erwachen. Geschirr und Fenster klirren, Türen klappern.
V stark Im Freien von wenigen, in Gebäuden von den meisten Personen wahrgenommen. Viele Schlafende erwachen. Wenige werden verängstigt. Gebäude werden insgesamt erschüttert. Hängende Gegenstände pendeln stark, kleine Gegenstände werden verschoben. Türen und Fenster schlagen auf oder zu.
VI leichte Gebäudeschäden Viele Personen erschrecken und flüchten ins Freie. Einige Gegenstände fallen um. An vielen Häusern, vornehmlich in schlechterem Zustand, entstehen leichte Schäden wie feine Mauerrisse und das Abfallen von z.B. kleinen Verputzteilen.
VII Gebäudeschäden Die meisten Personen erschrecken und flüchten ins Freie. Möbel werden verschoben. Gegenstände fallen in großen Mengen aus Regalen. An vielen Häusern solider Bauart treten mäßige Schäden auf (kleine Mauerrisse, Abfall von Putz, Herabfallen von Schornsteinteilen). Vornehmlich Gebäude in schlechterem Zustand zeigen größere Mauerrisse und Einsturz von Zwischenwänden.
VIII schwere Gebäudeschäden Viele Personen verlieren das Gleichgewicht. An vielen Gebäuden einfacher Bausubstanz treten schwere Schäden auf; d.h. Giebelteile und Dachsimse stürzen ein. Einige Gebäude sehr einfacher Bauart stürzen ein.
IX zerstörend Allgemeine Panik unter den Betroffenen. Sogar gut gebaute gewöhnliche Bauten zeigen sehr schwere Schäden und teilweisen Einsturz tragender Bauteile. Viele schwächere Bauten stürzen ein.
X sehr zerstörend Viele gut gebaute Häuser werden zerstört oder erleiden schwere Beschädigungen.
XI verwüstend Die meisten Bauwerke, selbst einige mit gutem erdbebengerechtem Konstruktionsentwurf und -ausführung, werden zerstört.
XII vollständig verwüstend Nahezu alle Konstruktionen werden zerstört.

Interessant ist, dass bei dieser neueren Skala erstmals auch die Menge (in der Tabelle in fett) und damit Relevanz der Angaben zumindest qualitativ angesprochen wird, so dass (oft fehlerhafte) Einzelbeobachtungen oder Angaben keine Berücksichtigung mehr finden.

In welchem Land gibt es die meisten Erdbeben?

Länder mit den meisten Erdbeben bis 2021 Basis-Account Zum Reinschnuppern Starter Account Der ideale Einstiegsaccount für Einzelpersonen $189 USD $149 USD / Monat * im ersten Vertragsjahr Professional Account Komplettzugriff * Alle Preise verstehen sich zzgl. der gesetzlichen MwSt; Mindestlaufzeit 12 Monate Erfahren Sie mehr über unseren Professional Account Alle Inhalte, alle Funktionen.Veröffentlichungsrecht inklusive. “,”pointFormat”:” • “,”footerFormat”:” “},”plotOptions”:,”shadow”:false,”stacking”:null,”dataLabels”:,”enabled”:true,”zIndex”:3,”rotation”:0}},”pie”:,”format”:” • “}},”line”: “,”useHTML”:false,”crop”:false}},”bar”: “,”useHTML”:false}},”column”: “,”useHTML”:false}},”area”: },”annotations”:,”labelunit”:””},”colors”:,”series”:,”index”:1,”legendIndex”:0}],”navigation”: },”exporting”: }> National Oceanic and Atmospheric Administration. (12. April, 2021). Anzahl von Erdbeben nach Ländern von 1900 und 2021¹, In Statista, Zugriff am 16. September 2023, von https://de.statista.com/statistik/daten/studie/163479/umfrage/anzahl-von-erdbeben-nach-laendern/ National Oceanic and Atmospheric Administration. “Anzahl von Erdbeben nach Ländern von 1900 und 2021¹.” Chart.12. April, 2021. Statista. Zugegriffen am 16. September 2023. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/163479/umfrage/anzahl-von-erdbeben-nach-laendern/ National Oceanic and Atmospheric Administration. (2021). Anzahl von Erdbeben nach Ländern von 1900 und 2021¹, Statista, Statista GmbH. Zugriff: 16. September 2023. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/163479/umfrage/anzahl-von-erdbeben-nach-laendern/ National Oceanic and Atmospheric Administration. “Anzahl Von Erdbeben Nach Ländern Von 1900 Und 2021¹.” Statista, Statista GmbH, 12. Apr.2021, https://de.statista.com/statistik/daten/studie/163479/umfrage/anzahl-von-erdbeben-nach-laendern/ National Oceanic and Atmospheric Administration, Anzahl von Erdbeben nach Ländern von 1900 und 2021¹ Statista, https://de.statista.com/statistik/daten/studie/163479/umfrage/anzahl-von-erdbeben-nach-laendern/ (letzter Besuch 16. September 2023) Anzahl von Erdbeben nach Ländern von 1900 und 2021¹, National Oceanic and Atmospheric Administration, 12. April, 2021., Verfügbar: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/163479/umfrage/anzahl-von-erdbeben-nach-laendern/ : Länder mit den meisten Erdbeben bis 2021

Wo auf der Erde gibt es am meisten Erdbeben?

Häufige Fragen zum Thema Erdbeben –

Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Arten von Erdbeben. Im Inneren der Erde ist es flüssig und heiß. Die Erdkruste an der Oberfläche ist in mehrere Schollen zerbrochen, sogenannte tektonische Platten. Diese sind ständig in Bewegung und reiben aneinander. So bauen sich immer wieder Spannungen auf. Verhaken sich Platten ruckartig, kommt es zu tektonischen Beben, der häufigsten Ursache von Erdbeben. Vulkanische Beben hingegen kommen seltener vor. Sie werden durch die Bewegung von Magma im Vulkaninneren ausgelöst. Eine weitere Art sind Einsturzbeben, welche durch natürliche Hohlräume unter der Erde ausgelöst werden. Die Folgen von Erdbeben können sehr unterschiedlich sein. Sie hängen von Dauer und Häufigkeit der Beben ab. Direkte Auswirkungen sind häufig eingestürzte Gebäude und unpassierbare Straßen. Erdbeben gerechtes Bauen kann hier Leben retten. Auch zerstörte Telefonleitungen erschweren oftmals Rettungsaktionen. In Küstengebieten können Tsunami ausgelöst werden, die wiederum schweren Überschwemmungen mit sich bringen können. In anderen Regionen folgen Erdrutsche und Schlammlawinen. Zerstörte Wasserleitungen führen im schlimmsten Fall zu Seuchen, wenn dadurch Trinkwasser stark verunreinigt wird. Erdbeben können theoretisch überall entstehen, treten jedoch am häufigsten an den Rändern von Erdplatten auf. Die meisten Erdbeben weltweit entstehen innerhalb des Pazifischen Feuerrings. Dieser ist eine ca.40.000 Kilometer lange Anreihung von mindestens 450 aktiven oder vorübergehend inaktiven Vulkanen entlang der Küstengebiete im Pazifischen Ozean. So sind Ländern wie Japan, Indonesien, die Philippinen oder Malaysia besonders bedroht. Auch in Europa gibt es Länder und Regionen, in denen häufig Erdbeben auftreten. Hierzu zählen zum Beispiel Italien, Griechenland und die Türkei.

In welchem Land gab es die meisten Erdbeben?

1. China – Laut „Statista” hat es innerhalb des 121-jährigen Erhebungszeitraums in keinem Land so viele signifikante Erdbeben gegeben wie in China. Das Land liegt auf der Amurplatte, auch Chinesische Platte genannt, und steht unter dem Einfluss verschiedener umliegender Platten (zum Beispiel der Indischen und Eurasischen).

Was war das längste Erdbeben der Welt?

Sumatra : Das längste bekannte Erdbeben der Welt dauerte 32 Jahre – Im Jahr 1861 ereignete sich auf der Insel Sumatra ein verheerendes Erdbeben. Der große Ruck kam jedoch alles andere als plötzlich. Über Jahrzehnte hatte er sich aufgebaut. Wie Entsteht Ein Erdbeben © Wildlife Conservation Society / dpa / picture alliance (Ausschnitt) Ein verheerendes Erdbeben, das die indonesische Insel Sumatra im Jahr 1861 erschütterte, wurde lange Zeit für einen plötzlichen Bruch auf einer zuvor ruhenden Verwerfung gehalten. Doch neue Forschungen zeigen, dass die tektonischen Platten unter der Insel schon 32 Jahre vor dem katastrophalen Ereignis langsam und leise gegeneinanderrumpelten.

  • Dieses jahrzehntelange, stille Erdbeben – im Englischen auch »slow slip event« genannt – war die längste Sequenz dieser Art, die jemals entdeckt wurde.
  • Es war zu tief und stetig, um während seines Verlaufs bemerkt zu werden.
  • Doch es könnte den massiven Erdbebensturm von 1861 mit einer Stärke von mindestens 8,5 ausgelöst haben, der wiederum zu einem Tsunami führte, der Tausende von Menschen tötete.

Das geht aus einer Studie in »Nature Geoscience« hervor. Die Erkenntnisse könnten helfen, besser auf gefährliche Beben zu achten. Wie Erdbeben, die an der Erdoberfläche zu spüren sind, entstehen Slow-Slip-Beben, wenn sich zwei Krustensegmente gegeneinanderbewegen.

  1. Einige Verwerfungen werden heute mit seismischen Instrumenten oder GPS-Technologie auf langsames Gleiten überwacht, aber das Aufspüren solcher Ereignisse an abgelegenen Verwerfungen ist weiterhin sehr schwierig.
  2. Die meisten Bewegungen, die Teams in der vergangenen Zeit untersucht haben, dauerten Stunden, Tage oder Wochen, einige auch mehrere Jahre.

Nun also gibt es den Beleg für ein jahrzehntelanges langsames Gleiten. »Damit sind die Subduktionszonen vielfältiger, als wir vermutet haben«, sagt Kevin Furlong, ein Geowissenschaftler an der Pennsylvania State University, der nicht an der neuen Forschung beteiligt war.

Wo war das schwerste Erdbeben der Welt?

Mit einer Stärke von 9,5 auf der Richterskala war das Erdbeben in Chile im Mai 1960 seit dem Jahr 1900 weltweit das stärkste seiner Art. Durch das Erdbeben wurde ein Tsunami ausgelöst, welcher zusätzlich dazu beitrug, dass Tausende Einwohner starben, sich schwere Verletzungen zuzogen oder obdachlos wurden.

Warum soll man bei einem Erdbeben unter den Tisch?

Bei Erdbeben richtig handeln – Informationsplattform Gebäudeschutz vor Naturgefahren dauern meist nur einige Sekunden. Personen müssen sich unmittelbar schützen, z.B. unter einem soliden Tisch oder Bett. Für das Verlassen des Gebäudes oder das Aufsuchen eines Schutzraumes bleibt keine Zeit.

Unterwegs könnten herunterfallende Bauteile Personen verletzen. Halten Sie möglichst Abstand zu beweglichen Einrichtungsgegenständen wie Bücherregalen sowie zu Fenstern und Glaswänden, die zerspringen könnten. Erdbeben treten plötzlich und ohne Vorwarnung auf. – Wissen Sie, was im Ereignisfall zu tun ist? Bei einem Erdbeben sollten Sie sich unverzüglich in Sicherheit bringen.

Innerhalb von Gebäuden sind Sie z.B. unter einem stabilen Tisch am besten geschützt. Unmittelbar nach einem schweren Erdbeben sind im Schadengebiet folgende Verhaltensweisen ratsam:

Bewahren Sie Ruhe und bedenken Sie, dass jederzeit Nachbeben möglich sind. Verschaffen Sie sich einen Überblick, ob Personen in Ihrer Nähe sind, die Hilfe benötigen könnten. Leisten Sie Verletzten erste Hilfe, ohne sich selbst zu gefährden. Benutzen Sie keine Fahrstühle. Nach einem Erdbeben droht die Stromversorgung zusammen zu brechen. Suchen Sie allfällige Brandherde und meiden Sie Orte, wo es nach Gas riecht. Drehen Sie die Haupthähne von Gas- und Wasserleitungen zu und schalten Sie die Sicherungen der Stromversorgung aus. Befolgen Sie die Anweisungen am Radio. Bewegen Sie sich in Gebäuden und beim Verlassen von Gebäuden mit grösster Vorsicht. Lose Decken- und Fassadenelemente, Dachbalken, Ziegel usw. könnten herunterfallen.

Nach einem Beben werden die zuständigen Stellen baldmöglichst eine Gebäudebeurteilung einleiten und durch Fachpersonen prüfen lassen, ob betroffene Personen in ihre Wohnhäuser zurückkehren können (wenn auch nur provisorisch). Einsturzgefährdete Gebäude sind weder begeh- noch bewohnbar. : Bei Erdbeben richtig handeln – Informationsplattform Gebäudeschutz vor Naturgefahren

Wie viel Arten von Erdbeben gibt es?

Die verschiedenen Arten von Erdbeben werden in drei Kategorien aufgeteilt: Tektonische Beben, Vulkanische Beben und Einsturzbeben. In diesem Artikel erklären wir Ihnen den Unterschied zwischen den Arten und deren Entstehung. Die mit einem Symbol oder farbiger Unterstreichung gekennzeichneten Links sind Affiliate-Links. Kommt darüber ein Einkauf zustande, erhalten wir eine Provision – ohne Mehrkosten für Sie! Mehr Infos.

Wie viele Stufen von Erdbeben gibt es?

Erdbeben entstehen durch einen plötzlichen Spannungsabbau entlang von Brüchen in der Erdkruste. Aufgrund der ständigen Bewegung der tektonischen Platten baut sich in den Gesteinsschichten auf beiden Seiten eines Bruches Spannung auf. Wenn diese genug gross ist, entlädt sie sich in einer plötzlichen, ruckartigen Bewegung.

  1. Die dabei frei werdende seismische Energie breitet sich in Form von Wellen durch die Erde und entlang der Erdoberfläche aus und verursacht die als Beben wahrgenommenen Erschütterungen.
  2. Die Gefahrenstufen beziehen sich auf die Intensität eines Bebens in einer bestimmten Warnregion.
  3. Die Intensität ist ein Mass für die Auswirkungen eines Bebens.

Sie beschreibt auf einer 12-stufigen Skala die Folgen der Erschütterung für Menschen und Gebäude an einem bestimmten Ort. Ein Erdbeben hat jeweils eine Magnitude (Stärke) und in der Regel verschiedene Intensitätswerte. Die grösste Intensität wird meist nahe am Ort des Bebens (Epizentrum) erreicht und nimmt mit der Entfernung vom Epizentrum ab.

  1. Der Schweizerische Erdbebendienst an der ETH Zürich schätzt für jede Warnregion die Intensität im Zentrum der Region ab und weist ihr darauf aufbauend eine bestimmte Gefahrenstufe zu (siehe Tabelle unten).
  2. Die dargestellten Gefahrenstufen machen keine Aussage über die eigentliche Erdbebengefährdung,

Grundsätzlich können in der Schweiz jederzeit und überall grössere Schadensbeben auftreten. Keine Gefahrenstufe bedeutet lediglich, dass für die gewählte Warnregion derzeit keine Erdbebenmeldung für ein Beben mit einer Magnitude von 2.5 oder grösser vorliegt.